Chronik der Feuerwehren in Hattert

Wie alles begann:

Feuerwehren gab es schon immer in Hattert, mal weniger, mal mehr, sei es mit Eimer und Einreißhaken oder später mit handbetriebener  Doppelkolbenpumpe. Die erste Feuerspritze wurde im Jahre 1880 von der Gemeinde O-Hattert angeschafft. Einsätze gab es damals  1900 in Müschenbach, 1901 in Winkelbach, 1910 in Hof Sophienthal sowie bei mehreren Bränden 1917, 1924-28 und 1934 in Oberhattert.

Im zweiten Weltkrieg wo fast alle Männer aus Hattert eingezogen waren, kam auch das Feuerlöschwesen zum Erliegen.

Nach dem Krieg behalf man sich, mehr schlecht als recht, mit einer Pflichtfeuerwehr. Mit einer Ausrüstung die nur auf dem Papier bestand, verloren auch die besten Männer ihre Motivation.

Mit dem Schadenfeuer in Niederhattert am 12. Juni 1964, (durch Blitzeinschlag verursacht)  brannte ein landwirtschaftliches Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden aber mehrere Tiere verbrannten in den Flammen, ebenso die Stallungen und die Erntevorräte. Die Wehren aus dem Hatterter Grund waren in keiner Weise den Anforderungen gewachsen und konnten einen wirksamen Löschangriff nicht gewährleisten. Mit veralteten und platzenden Schläuchen  stand man den wütenden Flammen nahezu machtlos gegenüber. Erst nach Eingreifen der Feuerwehr Hachenburg wurde man nach stundenlangen Löscharbeiten Herr der Lage.

Mit diesen schrecklichen Ereignissen sollte sich das Feuerwehrwesen in Hattert nachhaltig ändern.

Oberhattert:

Nach dem Schadenfeuer in der Gemeinde Niederhattert wurden auch in Oberhattert immer mehr Stimmen laut, die den Wunsch nach einer Freiwilligen Feuerwehr äußerten.

Am 12. Februar 1965 trafen sich unter dem Vorsitz von Bürgermeister Karl Greis, im Gasthaus Weyer junge Männer aus Oberhattert, die bereit waren beim Aufbau einer Feuerwehr mitzuwirken.   Man wurde sich schnell einig und beschloss die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oberhattert.

Die Männer der ersten Stunde: Franz Becker, Anton Benner, Anton Braun, Willibald Dörner, Gustav Hommel, Heribert Hommel, Heinz Jung, Bernhard Krämer, Manfred Matthiessen, Max Mrohs, Alfred Müller, Martin Packheiser, Herbert Sartor, Walter Sayn, Herbert Schmidt, Kurt Schmidt, Rolf Schmidt, Karl-Heinz Schmuck, Georg Schneider, Werner Schneider, Gerhard Stötzel, Heinz Bellinger, Reimund Griebling, Hans Windhagen und Siegfried Schneider. 

 

Die Anfänge waren schwierig, dass Geld fehlte an allen Ecken und Kanten. Die Gemeinde selbst in Geldnot, so gab es zunächst nur gebrauchtes Material. 1965 konnten auch nur zwei Kameraden zum Lehrgang an die Landesfeuerwehrschule geschickt werden. Damals wie auch heute ist viel Idealismus von den Wehrmännern gefragt. 

Am 8. / 9. und 10. Juli 1967 fand das Gründungsfest der FFW Oberhattert „Auf der Kleinbahn“ mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Kirche, den Vorsitzenden der örtlichen Vereine, dem Kreisbrandinspekteur Emil Popp und viele befreundeten Feuerwehren sowie den Ehrendamen statt.

Als 106. freiwillige Feuerwehr im Oberwesterwaldkreis bezeugt die Oberhatterter Wehr, dass auch in ihren Reihen Männer stehen, die noch uneigennützig dienen wollen und auch können, in dem Bewusstsein der Mitverantwortung für den Nächsten. So Landrat Lingens zum Gründungsfest.

Unserer jungen Wehr möge ihr Fest Ansporn sein und eine Vertiefung des Wissens, dass ihr Dienst wahrer Dienst an den Menschen und der Gemeinschaft unseres Dorfes und unserer engeren Heimat ist. Möge dieses Fest die Bande innerhalb unseres Dorfes fester knüpfen und neue Brücken schlagen. 

So Bürgermeister Karl Greis zum Gründungsfest.

Niederhattert-Laad:

Schon wenige Tage nach dem Brand, wurde auf Initiative von Bürgermeister Oskar Haferstock die Feuerwehr Niederhattert-Laad gegründet, die Pflichtfeuerwehr in eine freiwillige Wehr umgewandelt. Der erste Wehrführer war Heinrich Sohn, ihm folgte 1975 Wilfried Hain. Die Mannschaft bekam das alte Backhaus, bis 1970 am Sportplatz das neu erstellte Feuerwehrhaus eingeweiht wurde.

Gründungsfest der Feuerwehr Niederhattert-Laad war am 14. / 15. und 16. Mai 1966 auf dem Sportplatz in Niederhattert.

Die Männer der ersten Stunde: Heinrich Sohn, Wilfried Hain, Alfred Müller, Erich Diels, Karl Fischer, Robert Götsch, Dieter Hammer, Teo Heckenhahn, Willi Jung, Bruno Jung, Reinhold Jung, Paul Lichtenthäler, Helmut Lichtenthäler, Werner Müller, Erwin Schäfer, Otto Schneider, Friedhelm Selbach, Wilfried Vohl, Helmut Wirths, Werner Burbach, Erich Enders, Georg Hartmann, Emil Huf, Paul Huf, Hans Leukel, Bernd Leukel, Otto Schumann, Horst Schumann, Helmut Vohl.

Der Zusammenschluss der Wehren:

Im Zuge der kommunalen Verwaltungsreform von 1975 wurden auch die Feuerwehren der Ortsteile Oberhattert und Niederhattert 1979 zur Freiwilligen Feuerwehr Hattert zusammengeschlossen.

Aus den ehemaligen Wehren der Gemeinden Niederhattert und Oberhattert wurden nun die Löschgruppe 1 und Löschgruppe 2 der Feuerwehr Hattert gebildet, welche in zwei getrennten Feuerwehrhäuser stationiert waren. Als gemeinsamer Wehrführer beider Löschgruppen wurde Kurt Schmidt gewählt, sein Stellvertreter wurde Wilfried Hain.

Da die Bemühungen beider Löschgruppen ein gemeinsames Feuerwehrhaus in zentraler Lage in Mittelhattert zu errichten scheiterten,  wurde  die Häuser in O-Hattert und N-Hattert im Anschluss baulich optimiert.

Nach der Auflösung des Fördervereins N-Hattert, wurden beide Fahrzeuge mit dem Funkrufnamen Florian Hattert 47/1 und 47/2 im Feuerwehrhaus O- Hattert untergestellt.

Die heutige Wehr:

Die Männer der heutigen Wehr sind oft die Söhne und Enkel der Gründer!

Wir zählen zurzeit 25 aktive Feuerwehrleute:

Jörg Alhäuser, Jens Bellinger, Lars Bellinger, Markus Brenner, Daniel Hahmann, Nicolai Hahmann, Hubert Holschbach, Nils Johantokrax, Felix Jung, Jannik Müller, Christian Paul, Detlef Sayn, Dirk Schmidt, Manuel Schünemann, Florian Schubert, Felix Schumann, Thomas Söhngen, Rudolf Staude, Björn Stein, Stefan Triebel, Sophie Triebel, John Weiß, Andreas Wengenroth, Björn Wolf, Sebastian Paul.

Ausbildung, Fortbildung, Lehrgänge: Grundlehrgang, Truppführer, Sprechfunker, Digitalfunk Modul A B+C, Maschinist, Atemschutzgeräteträger, Motorsäge, Sanitätswesen-Ersthelfer, Gerätewart, Zugführer, GAMS plus, Feuerwehrführerschein, LF Maschinist, Verbandsführer, Atemschutzstrecke, UVV…  sind ständige Themen.

Um das große Aufgabengebiet abzudecken ist es notwendig, dass die Kameraden die bereitgestellte Technik, aber auch die zugrundeliegende Taktik beherrschen.

Üben, üben, üben mindestens 25-mal im Jahr werden die Szenarien von Einsätzen durch- gespielt. Im Sommer mehr praktische Übungen, im Winter mehr Theorie. Jeder muss alles können, besonders in der Tagalarmierung ist dies wichtig, weil viele auswärts arbeiten und nicht verfügbar sind. Wir üben den Feuerwehrdienst nebenbei, in unserer Freizeit und unentgeltlich aus. Die gesamte Struktur der Freiwilligen Feuerwehr basiert auf ehrenamtlicher Tätigkeit.

Wir messen uns auch mit anderen Feuerwehren der Region im Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold. In den 50 zurückliegenden Jahren wurden gleich mehrere Urkunden in Wettkämpfen errungen. 2013 erreichten gleich zwei Mannschaften aus Hattert das Silberne Leistungsabzeichen. 

Die Alterskameraden:

Alterskamerad wird, wer mit Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Dienst ausscheidet.

Die Alterskameraden sind der Feuerwehr Hattert von Anbeginn immer sehr wichtig gewesen.

Wir, die Aktiven, können und wollen nicht auf die Erfahrungen und das Können der Kameraden verzichten. Sie sind immer eingebunden in die Feuerwehr und das Vereinsleben.

Über die Grenzen von Hattert:

Die Feuerwehr Hattert ist über ihre Grenzen hinaus tätig, früher und auch heute.

Bereits Kurt Schmidt, Martin Packheiser, Raimund Griebling, um nur einige zu nennen, waren auf Verbandsgemeinde- und Kreisebene tätig, in Sachen Jugendarbeit und Wertungsrichter und vieles mehr.

Mit unserem Wehrführer Markus Brenner sind wir stolz, dass der stellv. Wehrleiter der Verbandsgemeinde Hachenburg und seit 2022 sogar der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspektor des Westerwaldkreises aus den Reihen der Feuerwehr Hattert kommt. Der Wechsel an die Spitze der Verbandsgemeinde Feuerwehr fand im Dezember 2014 statt. Mit der Alarmierungsgemeinschaft Müschenbach und Astert, sind wir auch in diesen Gemeinden tätig und umgekehrt. Damit das auch funktioniert, üben wir gemeinsam abwechselnd in den drei Gemeinden. 

Wir fahren je nach Schadenereignis gemeinsam mit der Feuerwehr Hachenburg und den Wehren der umliegenden Ortschaften zu Einsätzen. Hachenburg, Altstadt, Luckenbach, Marzhausen, Merkelbach……. Wir sind ein Teil der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Hachenburg. Das Schlagwort: „Mein Feuer dein Feuer“ gibt es nicht mehr. Dies wurde bei verschiedenen Großbränden in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, wo sogar über Verbandsgemeindegrenzen hinweg zusammengearbeitet wurde.